Chinas Währung rutscht angesichts der Virus-Sorgen unter eine wichtige Marke.
Auch die Börsen leiden weiter unter der Unsicherheit.
 

 
Die Sorgen um die Ausbreitung des Coronavirus haben am Donnerstag abermals die Finanzmärkte belastet. Unter Druck ist nun die chinesische Währung Renminbi geraten, die in der Einheit Yuan gemessen wird. Sie rutschte zum Dollar unter eine wichtige Marke. Erstmals mussten in diesem Jahr wieder mehr als 7 Yuan für einen Dollar gezahlt werden.
 
Das war auch schon im vergangenen Jahr der Fall, was zur Vermutung Anlass gegeben hatte, dass Peking den Wechselkurs im Handelskonflikt als Waffe einsetzt. Davor hatte Chinas Regierung zehn Jahre lang verhindert, den Dollar nicht über die Marke von 7 Yuan steigen zu lassen.
 

Der rasante Anstieg der durch das Coronavirus verursachten Todesfälle und der immer häufigeren Krankheitsfälle belastete auch die Aktienmärkte, insbesondere in Asien. In Taiwan brach der führende Index am ersten Handelstag nach den Neujahrsfeiertagen um 5,8 Prozent ein und damit so stark wie seit Oktober 2018 nicht mehr.

In Hongkong fiel der Hang-Seng-Index um 2,4 Prozent. Er hat mehr als 8 Prozent in den zehn Tagen verloren, in denen das Virus für Turbulenzen an den Märkten sorgt. An den chinesischen Börsen wie zum Beispiel in Schanghai fand wegen der Neujahrsfeiertage kein Handel statt. Der deutsche Aktienindex Dax gab bis zum Nachmittag um 1,1 Prozent auf 13195 Punkte nach.

Die Fondsgesellschaft Franklin Templeton erwartet, dass Chinas Wirtschaftswachstum mindestens ein oder zwei Quartale lang beeinträchtigt werden dürfte. Deshalb könnte die Regierung auf eine Verlangsamung der Wirtschaft mit Konjunkturmaßnahmen wie Zinssenkungen, Infrastrukturausgaben und Anreizen zur Ankurbelung des Konsums reagieren. Da inzwischen der Konsum deutlich mehr zum Wachstum Chinas beitrage als zu Zeiten des Sars-Virus, das sich in den Jahren 2002 und 2003 ausgebreitet hatte, hält Franklin Templeton nun stärkere wirtschaftliche Auswirkungen für möglich.